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Forstwirtschaft im Klimawandel - Fortbildung für die Natur- und Landschaftsführer

Natur- und Landschaftsführer des Naturpark Hessischer Spessart hatten Gelegenheit, sich bei einer Fortbildung in der Revierförsterei Marjoß, einem von elf Revieren im Forstamt Jossgrund, über den Zustand des Waldes zu informieren. Die Veranstaltung zum Thema „Forstwirtschaft im Klimawandel“ hatte der Verein der Naturparkführer initiiert.

Bisher sei das Forstamt Jossgrund noch recht gut durch die letzten heißen Sommer gekommen. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal größere Probleme bekommen“, sagte die Revierleiterin Manuela Gebhardt, die bei der rund dreistündigen Exkursion von ihrem Mann und Vorgänger Reinhard Koch unterstützt wurde.

Zwar habe es den Anschein, als ob sich die Natur nach den vielen Regenfällen in den letzten Wochen erholt habe, doch der Zustand der Bäume sei noch immer problematisch. „Der Wald hat ein langes Gedächtnis. Im Boden ist so gut wie gar nichts angekommen“, erklärte Gebhardt. Nicht zuerst der Borkenkäfer sei in diesem Sommer das größte Problem gewesen, sondern die lange anhaltende Trockenheit. „Die Bäume sind einfach verdurstet“. Neben der Fichte seien inzwischen auch Laubbaumarten betroffen. „Ich habe mir nie vorstellen können, dass Buchen so schnell absterben“, gestand die zertifizierte Waldpädagogin. Es sei für Waldnutzer zudem gefährlich, wenn abgestorbene Bäume in der Fläche stehen, da tote Äste herabfallen können. Von den Auswirkungen der großen Dürre konnten sich die Teilnehmer vor Ort selbst ein Bild machen.

Sie erfuhren dabei auch, welches Holz in welcher Qualität zur Herstellung von Möbeln oder Spielzeug, als Bauholz für Verschalungen und den Innenausbau oder für die Produktion von Spanplatten, Zellstoff oder Hackschnitzel verwendet wird.

Auch die Fichte sei Heimstatt für viele Lebewesen und ihr Holz sei nach wie vor sehr gefragt.

Man sei bestrebt, die Folgen der Holzernteeingriffe möglichst gering zu halten und dabei naturschutzfachliche Belange zu berücksichtigen. Auch auf den Erhalt alter Grenzsteine werde Rücksicht genommen, versicherte das Försterehepaar, das gerne auch die Fragen der Teilnehmer beantwortete.

„Wir sind nicht nur Holzproduzenten. Wir führen auch Pflegemaßnahmen durch und betreuen Artenschutzprojekte wie etwa durch die Übernahme der Patenschaft für die Kreuzotter, in deren Fahrwasser sich auch andere Arten wie beispielsweise die Gelbbauchunke bewegen“, erklärten die Fachleute.

Sie informierten die Gruppe, woran man erkennt, dass es einem Baumbestand nicht gut geht, mit welchen Strategien die Bäume um ihren Fortbestand kämpfen und mit welchen Maßnahmen der Forst den großen Herausforderungen dieser Zeit begegnet.

Laut den neuen Naturschutzleitlinien für den Hessischen Staatswald werden bei der Waldbewirtschaftung zukünftig die Belange der Artenvielfalt noch stärker in den Vordergrund gestellt.

Neben der Pflanzung von jungen Bäumchen für die Zukunft setze man auf die unter Altbäumen heranwachsenden Naturverjüngung, um den Generationenwechsel in einem Baumbestand einzuleiten. Dabei müsse man allerdings in vielen langen Zeiträumen denken.

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Veröffentlichung

Mi, 09. November 2022

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