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Ausblicke bis in die Rhön

27.06.2017

Für die Sendereihe „Erlebnis Hessen“ beschäftigte sich ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks von Mitte Mai bis Ende Juli 2017 intensiv mit der Spessartregion, insbesondere mit Dorferneuerungsprojekten in Jossgrund. Dazu gehört auch das historische Schafhofgebäude in Burgjoß, wo sich ein schmuckes Café sowie die Geschäftsstelle und die Holzwerkstatt des „Naturparks Hessischer Spessart“ befinden. Dort werden die soliden Sitzgruppen aus heimischem Spessart-Eichenholz gefertigt, die an besonderen Stellen entlang des Premiumwanderwegs "Spessartbogen" aufgestellt werden. Zu einer solchen Aktion begleiteten die Kameraleute das Naturpark-Team nach Weiperz ins Sinntal an einen Ort, der insgeheim als der schönste am 90 Kilometer langen Fernwanderweg bezeichnet wird. Von dort, 470 Meter über dem Meeresspiegel, kann man jetzt auf der neuen Bank, in die die Aufschrift „Rhönblick“ eingraviert ist, einen herrllichen Blick auf Dörfer des Sinntals genießen. Bei guter Fernsicht sind auch die Bergkuppen der Rhön zu erkennen. Für ein idyllisches Bild sorgen mitunter ein paar Ziegen,  wenn sie genüsslich an den Laubbäumen "naschen". Sie zeigten sich allerdings wenig beeindruckt von den Dreharbeiten und wichen den heißen Temperaturen lieber im Schatten eines Bauwagens aus als vor der Kamera zu posieren. Naturpark-Geschäftsführer Fritz Dänner und die Mitarbeiter Ramona Brix, die verantwortlich ist für das Wegemanagement, Georg Dederich, Schreinermeister und Werkstattleiter sowie Dietmar Scholz, der rüstige Rentner und ehrenamtliche Mitarbeiter, errichteten die neue Sitzgruppe vor laufender Kamera und weihten sie auch gleich mit einem ordentlichen Frühstück ein. „Wer jetzt keine Glücksmomente hat, dann weiß ich auch nicht“, beschrieb Dänner das Gefühl, das ein Wanderer haben sollte, der dort Rast macht, als Autorin Juliane Hipp die Hintergründe der Aktion erfragte. Der Spessartbogen wirbt mit dem Gütesiegel „Glückmomente Wandern“. Man brauche beim Wandern erkennbare Pausensignale, betonte Dänner. Im Fokus stehe dabei das Genusswandern. Genuss bedeute viel Abwechslung durch schöne Ausblicke, Waldabschnitte und Wiesen. Die Kriterien, die zur Zertifizierung einer Strecke als Premiumwanderweg beitragen, werden vom Deutschen Wanderverband vorgegeben. „Wir haben keine neuen Wege gemacht“, gab der Naturpark-Geschäftsführer Auskunft. Sie seien schon immer da gewesen. Durch die Anordnung der Sitzgelegenheiten hätten sie an Attraktivität gewonnen, erklärte Georg Dederich. Auch Sitzgruppen waren schon immer da, nur nicht in dieser Dichte. Ramona Brix machte deutlich, dass das Wegemanagement viel Aufwand darstelle: „Wenn man hinten aufgehört hat, kann man von vorne wieder anfangen“. Die Ruheplätze müssen freigeschnitten und gemäht werden und es muss sich um die Beschilderung gekümmert werden. Ob sich der Aufwand lohne, lasse sich nicht in Zahlen messen. Dietmar Scholz Informierte die Fernsehautorin über seine Motivation, sich ehrenamtlich für den Naturpark zu engagieren. Die Bänke und Tische stehen auf dem Privatgrundstück von Bernd Herbert. Mit seinen Bruder Manfred pflegt er das Kleinod mit der sogenannten „Weißen Wiese“ im Hintergrund. Als Familienprojekt haben sie dort sogar ein „Gipfelkreuz“ mit einem Christuskorpus errichtet, der von einem Schnitzer aus der Rhön gefertigt wurde. „Weil es so ein toller Platz ist“, erklärten die Brüder. Seit der Weg als Teil des Spessartbogens bekannt geworden sei, werde er stärker als vorher frequentiert.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung