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Ziele des Biotopverbundprojekts

Ziel des Projekts ist die Realisierung von best-practice-Beispielen des Arten- und Biotopschutzes im Naturraum des Spessarts auf der Basis eines Zielartenkonzepts.

Damit sollen in einem bundesweit beispielhaften waldreichen und in weiten Teilen wenig zerschnittenen Mittelgebirge ein länderübergreifender Biotopverbund im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes realisiert und gleichzeitig Defizite in der strategischen Naturschutzplanung abgebaut werden.

Sechs Teilziele stehen im Mittelpunkt:

1. Aufbau einer länderübergreifenden Zusammenarbeit im Spessart-Naturschutz

Eine informelle Arbeitsgruppe Spessart-Naturschutz führt die amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz-Interessierten sowie Wissenschaftler aus Bayern und Hessen zusammen.

Durch die regelmäßigen Kontakte ergeben sich Synergieeffekte bei der Erarbeitung von landrübergreifenden Konzepten, bei der Einwerbung von Drittmitteln und bei der Umsetzung von Naturschutz- und Regionalentwicklungsmaßnahmen.

2. Erarbeitung eines Zielartenkonzepts auf regionaler Ebene

Die Kenntnisse zu Vorkommen und Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten im Spessart werden durch den Aufbau einer Artdatenbank zusammengetragen und mit dem vorhandenen Spessart-GIS bei Senckenberg zusammengefasst.

Auf dieser Basis wird ein Zielartenkonzept erstellt und im Rahmen eines Vorrangflächenkonzepts räumlich konkretisiert.

3. Umsetzung länderübergreifenden Biotopverbunds gemäß § 3 BNatSchG anhand des Zielartenkonzepts

Mit besonderer Fokussierung auf den Biotopverbund – länderübergreifend und zugleich auf lokaler Ebene mit Maßnahmen untersetzt – erfolgt die Umsetzung von Naturschutz-Maßnahmen.

Hierzu werden einzelne Bausteine des Zielartenkonzepts herausgegriffen, inhaltlich und räumlich konkretisiert, hinsichtlich der Umsetzbarkeit im Dialog mit allen Beteiligten (besonders auch der Landnutzung) diskutiert und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft; sodann werden die erforderlichen Anträge gestellt und die Umsetzung realisiert.

4. Konzeptentwicklung und Erprobung von Bausteinen zur Natur-Bildung

Die bisherige Aus- und Weiterbildung der Natur- und Landschaftsführer bzw. Waldführer im Spessart wird weiter professionalisiert und vor allem durch die Entwicklung zielgruppenspezifischer Bildungsangebote für den Bereich der Natur-Bildung und des Naturschutzes erweitert.

5. Nachhaltige Entwicklung der Spessart-Region durch Verknüpfung von Naturschutzzielen mit Interessen der Landnutzung im weiteren Sinne

Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass die wirksame Naturschutz-Umsetzung gesellschaftliche Akzeptanz benötigt, werden für die naturschutzfachlichen Maßnahmen sogenannte win-win-Strategien gemeinsam mit der Landnutzung gesucht, um die Verbesserung der Situation des Naturschutzes mit Interessen anderer zentral Beteiligter zu verknüpfen. Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Fremdenverkehr sind hierbei die wichtigsten Partner.

6. Leitfaden-Entwicklung für Konzept und Umsetzung eines dynamischen, regional konzipierten Biodiversitätsschutzes

Die während der Projektlaufzeit gesammelten Erfahrungen aus der Konzeption und Umsetzungspraxis des regionalen Biodiversitätsschutzes werden mit erarbeiteten Musterlösungen in einem handlungsorientierten Strategie-Leitfaden dargestellt.